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Gärtner wollen besseren Gesamtarbeitsvertrag

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Am Sonntag, dem 22. Januar 2011 fand in Zürich, die vom Gewerkschaftsbund Unia geleitete Berufskonferenz der Gärtner statt. Dieses Jahr soll der Gesamtarbeitsvertrag für Gärtner erneuert werden. Die Unia will mit den Gärtnern anständigere Arbeitsbedingungen durchsetzen.
 
Die Argumente der Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner sind einleuchtend. Ihrer Meinung nach arbeiten sie gleich hart wie die Bauleute, erhalten dafür aber bis zu 1500 Franken weniger Lohn. Sie arbeiten zudem Tag für Tag länger, haben weniger Ferien und ein höheres Rentenalter. In den Augen der Unia und den dazu gehörenden Gewerkschafter ist dieser Sachverhalt höchst ungerecht und nicht akzeptabel. Die Löhne, die in der Gärtnerbranche bezahlt würden, reichten für Arbeitnehmer, insbesondere mit Familienpflichten, nicht zum Leben. Zusätzlich sind die Löhne gemäss Lohnstrukturerhebung seit dem Jahr 2000 stehen geblieben, zum Teil sogar gesunken. Ganz im Gegensatz zur Ertragslage. Die Bruttowertschöpfung stieg gemäss dem Bundesamt für Statistik seit 1999 kontinuierlich an.
Besonders stossend in den Augen der Unia ist, dass diese schlechten Arbeitsbedingungen der kleine und schwache Arbeitnehmerverband Grüne Berufe Schweiz (GBS) mit dem Arbeitgeberverband JardinSuisse vereinbarte.
 
Unia fordert bessere Arbeitsbedingungen
Die Unia und ihre im Gärtnergewerbe arbeitenden Mitglieder fordern schon seit längerem bessere Arbeitsbedingungen für diese Branche. JardinSuisse lehnte solche Forderungen strikte ab und weigerte sich, die Unia im Jahr 2008 bei den Gesamtarbeitsvertrags-Verhandlungen einzubinden. Mit dem Resultat, dass aus den Verhandlungen entsprang waren viele Arbeitnehmer in der Gärtnerei-Branche äusserst unzufrieden. Sie bewerten den Vertrag als absolut ungenügenden und finden, dass JardinSuisse den schwachen Arbeitnehmerverband GBS über den Tisch zog.

In einer bei den Landschaftsgärtnerinnen und -gärtnern durchgeführten Erhebung zeigte sich klar, dass die Arbeit nehmenden der grünen Branche nicht mehr bereit sind, diese schlechten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Sie fordern vor allem deutlich höhere Mindestlöhne. Löhne unter 4000 Franken seien unanständig und dürfe es nicht mehr geben, argumentiert die Unia.
Da die Arbeit im Gartenbau genauso anstrengend und abnützend sei wie im Bauhauptgewerbe, brauche es längere Erholungszeiten mit einer Woche mehr Ferien und ein tieferes Rentenalter, wie dies seit vielen Jahren auf dem Bau Standard ist.
 
Unia ruft JardinSuisse und GBS zu Verhandlungen für besseren GAV auf
In diesem Jahr wird der geltende Gesamtarbeitsvertrag erneuert. Die Unia will sich und die Vorstellungen ihrer Gärtner in die kommenden Verhandlungen einbringen. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ strebte Unia eine Verhandlungsallianz mit GBS und der Gewerkschaft Syna an, um die dringend notwenigen Verbesserungen gemeinsam zu erreichen. Nach einem gemeinsamen Gespräch lehnte GBS im Gegensatz zur Syna ein gemeinsames Vorgehen für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Gärtner ab. Sie lehnen ein offensives und kraftvolles Auftreten gegenüber JardinSuisse ab.

Für die Unia ist eine solche Haltung eines Arbeitnehmerverbandes völlig unverständlich, umso mehr als GBS im Gespräch das Fakt der schlechten Arbeitsbedingungen in der Gärtnerbranche anerkannte. Die GBS wolle wie letztes Mal alleine marschieren, zum Schaden der Sache und der Gärtnerinnen und Gärtner, moniert der grösste Gewerkschaftsbund der Schweiz.

Aus den oben genannten Gründen fordert die Berufskonferenz der Gärtner nun JardinSuisse und GBS zu Verhandlungen mit allen im Gärtnergewerbe vertretenen Arbeitnehmerorganisationen für die Erneuerung und Verbesserung des GAV auf. Ein solcher GAV muss zudem allgemeinverbindlich erklärt werden, damit alle Arbeitgeber ihn einhalten müssen.

 

Kommentare  

 
+1 #1 Marco 2011-03-23 19:41
Vorallem die Löhne in der Pflanzenprodukt ion sind miserabel, aber auch der neue Arikel, der in dem Gesamtarbeitsve rtrag eingebaut wurde, der besagt, dass die Fahrzeit vom Magazin zur Baustelle wenn diese 30min nicht übersteigt, nicht bezahlt ist, ist völlig absurd! Dies ist ein "legaler"Betrug seitens der Arbeitgeber, z.B V.A. Gartenbau in Root prakriziert dies mit viel Fleiss! Aber zum Glück sond nicht alle so.
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