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Letztes Update 22.03.2016 22:37

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Natur oder Plastik?

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Vor 30 Jahren war es noch einfach ein Stadion zu bauen. War genug Geld für den Beton da und gab die Stadt die Genehmigung, konnte der erste Spatenstich bald gesetzt werden. Heute sind es schon mehr Faktoren, die zum Stadionbau gehören. Am Beispiel Luzern lässt sich das sehr gut beobachten.
 
Stadionplanung = Finanzplanung
Zuerst musste eine Abstimmungskampagne geführt werden, ob jetzt nun zwei Hochhäuser zum Stadion dazu kommen sollen oder nicht (ohne diese zwei Riesengebäude wäre der Stadionbau angeblich nicht finanzierbar). Dann muss das Catering geregelt werden. Die heutzutage immens wichtige Entscheidung, wie viele VIP-Plätze vorhanden sein sollen. Dann: welcher Sponsor darf dem Stadion den Namen geben? Und schlussendlich eine der wichtigsten Entscheidungen: Natur- oder Plastikrasen? Spieler wie Fans sprechen sich seit jeher für Naturrasen aus. Er gehöre einfach zum Fussball und es mache mehr Spass, darauf zu spielen, so die Spieler. Der Geruch scheint dabei auch ein Argument zu sein. Die Kunstrasenunterlage sei gefährlicher, weil diese ein grösseres Verletzungspotential in sich habe. Zudem sei sie nicht schön und stinke dazu noch. Für die Geschäftsleitung eines Fussball-Clubs völlig irrelevante Kriterien. Die Frage der Bosse richtet sich vielmehr nach der Anzahl VIP-Plätze, den Hochhäusern und allen andern finanziellen Aspekten. Was ist teurer: der Kunstrasen oder der Naturrasen? Da fällt die Entscheidung schnell mal auf die Plastikunterlage. Teurer bei der Beschaffung, jedoch einiges günstiger in Sachen Unterhalt.
 
Nati-Spiele als Argument
Jedoch scheint ein anderer Aspekt nun doch ausschlaggebender zu sein. Nachdem viele Proteste von Fans und Spielern anscheinend nicht genug Überzeugungskraft hatten, ging den Verantwortlichen in anderer Hinsicht ein Licht auf. Unsere geliebte Nati spielt ja nicht auf Plastik! Was die Berner mit ihrem Stade de Suisse durch Grossanlässe wie Konzerte wett machen, wollen die Luzerner mit Nationalmannschafts-Spielen reinholen. Es scheint, als habe man es sich in der Führungsetage schwer gemacht mit der Entscheidungsfindung. Am Schluss setzte sich dann doch die Meinung durch, dass Naturrasen die Fans und Spieler glücklicher macht und dass Nati-Spiele dem Standort Luzern einen grösseren Mehrwert verschaffen. Jetzt kann man sich darauf freuen, dass Spieler wie Yakin, Gygax und Co. nicht nur im alltäglichen Ligabetrieb die Fans auf der Allmend beglücken, sondern auch im Dress der Nati.
 
Erfreulich ist die Entscheidung, beim Altbewährten zu bleiben, allemal. Zumindest für die Anhänger des Naturrasens. Ob es sich auch finanziell und imagemässig lohnt, muss sich erst noch zeigen.

Kommentare  

 
0 #1 Beat Portmann 2010-09-16 16:21
Das ist ein sehr guter und wertvoller Bericht. Zu den erwähnten Probleme kommt noch der immer enger werdende Spielplan dazu. Spiele zu verschieben wegen dem Terain wird immer schwieriger.
Ein Spiel der Nati in der swissporarena bringt der Eigentümmerin finanziell nichts. Ein Musikevent hohe 5 stellige Einnahmen.
Der Entscheid, den Fans (die verstehe ich auch) und dem Druck von Spieler und Trainer (ich hatte den grössten Zoff mit Lucien Favre wegen Kunstrasens. Heute ist auch er Befürworter) kleinbei zu geben war aus meiner Sicht ein grosser Fehler. Der Unterhalt und die Sanierung dieser Grossanlage kann nur durch optimale Auslastung finanziert werden. Nicht mit einem Länderspiel pro Jahr mit 15`000 Zuschauer. Da sind die Aufräum- und Reinigungskoste n für diesen Einen Anlass schon höher.
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