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Letztes Update 22.03.2016 22:37

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Der Machtbeweis von Wengen

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Ivica Kostelic dürfte den meisten Ski-Kennern ein Begriff sein. Der ältere Bruder der kroatischen Frauen Ski-Legende Janica Kostelic gewinnt am Lauberhorn 2011 die Super-Kombination und den Slalom absolut überlegen und zementiert damit seine Führungsposition im Gesamtweltcup. Sollte er seinen bereits 4 Siegen im Jahr 2011 weitere Folgen lassen, könnte er endlich aus dem grossen Schatten seiner Schwester treten.

 

Die Rennen am Lauberhorn gehören zu den prestigeträchtigsten des gesamten Männer Ski-Weltcups. In der, neben der Strecke in Kitzbühl, schwierigsten Abfahrt der Welt gewinnen meistens nur die ganz grossen. Flankiert wird die Abfahrt von einem Slalom-Rennen und seit neuerer Zeit auch von einer „Super-Kombination“ bestehend aus je einer Abfahrt und einer einzelnen Slalom-Fahrt.
Diesjährige Gewinner des Lauberhorns bei Wengen waren der Österreicher Klaus Kröll in der anspruchsvollen Abfahrt und der Kroate Ivica Kostelic mit je einem Sieg im Slalom und der Super-Kombination.

Kein Schweizer Sieg in Wengen
Dass mit Klaus Kröll ausgerechnet ein Österreicher das wichtigste Ski-Rennen der Schweiz gewinnt, war nicht gerade die schönste Nachricht des Ski-Wochenendes. Bedenkt man dazu noch, dass Kröll mit seiner Fahrt einen Schweizer Doppelsieg von Didier Cuche und Carlo Janka verhinderte, mag man es dem 30-jährigen als Fan noch weniger gönnen. Doch sogar Konkurrent Cuche anerkennt die Leistung des östlichen Nachbars und gönnt ihm den Sieg. „So lange es nicht zu oft vorkommt.“, erklärte Cuche auf die Frage, ob es denn nicht mehr als Fair sei, da der Neuenburger im Vorjahr sogar einen Doppelsieg im österreichischen Kitzbühl in Abfahrt und Super-G hinlegte.

Für Kröll war der Sieg am Lauberhorn der sportlich wichtigste in seiner bisherigen Karriere. Erfahrung mit sportlich wichtigen Siegen hat auch der andere Sieger von Wengen, Ivica Kostelic.

Die Kroatische Ski-Front
Vor einigen Jahren war nur schon der Gedanke an einen Ski-Rennfahrer aus dem Sommer-Ferienland Kroatien absurd. Bis die Familie Kostelic kam!

Der ehemalige Spitzen-Handballer Ante Kostelic ist ein Sportverrückter. Als Vater von zwei Kindern wollte er seinen Nachkommen dieselben kämpferischen Attribute mitgeben, die ihm in seinem Leben als Spitzensportler so geholfen haben.

Unter dem Gipfel des knapp 1‘000 Meter hohen Sljeme in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb peitschte Ante Kostelic seine Tochter Janica und ihren 3 Jahre älteren Bruder Ivica über 10 Stunden täglich den Berg rauf und runter. Da damals noch keine Ski-Lifte in diesem Gebiet existierten mussten die beiden Jugendlichen den ganzen Weg zurück zur Spitze zu Fuss bestreiten. Und das nach jeder Abfahrt.

Die grenzwertigen Trainingsmethoden von Ante sind in Kroatien schon längst zu Legenden-Geschichten geworden. Die harte Arbeit zahlte sich dann auch aus. Janica Kostelic wurde mit 4 Mal Gold und 2 Mal Silber zur erfolgreichsten Ski-Rennfahrerin der Olympiade und zugleich die erste kroatische Medaillengewinnerin der olympischen Winterspiele. Im Jahre 2007 trat Janica im Alter von 25 Jahren vom Ski-Sport zurück und ging als eine der erfolgreichsten und für viele Experten als beste und kompletteste Skirennfahrerin in die Geschichte ein. Nicht sie selbst entschied sich für den Rücktritt. Sie wurde durch eine langwierige und komplexe Knie-Verletzung dazu gezwungen. Die aufreibenden Trainingsmethoden von Ante Kostelic haben wahrscheinlich auch ihren Teil zum vorzeitigen Karriereabbruch beigetragen.

Die Erfolge der Janica Kostelic überstrahlten auch die Erfolge ihres Bruders. Obwohl auch dieser als Kroate eine Neuheit im Männer-Ski-Zirkus war, wurden seine Siege stets mit den Erfolgen seiner Schwester verglichen. Das erste Ausrufezeichen setze Ivica Kostelic am 25. November 2001 als der 21-jährige mit der Starnummer 64 den Slalom von Aspen gewann. Darauf liess er den Gesamt Weltcup-Sieg noch in derselben Saison folgen.

Nach dem Rücktritt von Janica, war die Erwartungshaltung an ihren Bruder Ivica noch einmal grösser geworden. Jedoch warfen auch ihn immer wieder Knieprobleme zurück.

Kommt nun Ivicas grosser Moment?
Mit mittlerweile 15 Weltcup Siegen (5 davon in der Schweiz realisiert) gehört Ivica Kostelic bereits zu den 20 erfolgreichsten Ski-Rennfahrern in der Geschichte des Weltcups.

Zurzeit führt der Kroate, der in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Musiker ist, den Gesamt-Weltcup mit 215 Punkten Vorsprung vor Aksel Svindal an. Ein Sieg im Weltcup bringt 100 Punkte. Ein zweiter Platz bringt nur noch 80 Punkte. Ab da geht es degressiv runter bis zum 30. Platz, der noch einen Punkt aufs Konto gibt.

Ivica Kostelic hat einen grandiosen Start ins Jahr 2011 erwischt. Mit 4 Siegen innert 15 Tagen bewies er seine hervorragende Form. Er surfe momentan auf einer Erfolgswelle, auf der er bis zum Saisonfinale im März auf der Lenzerheide weiter surfen will.

Es scheint, als habe der Kroate mittlerweile ein Alter erreicht, indem er seine ganze Erfahrung in seinen Sport einfliessen lassen kann und dabei noch an Klasse gewinnt.

Sollte Ivica Kostelic am Ende der Saison tatsächlich seinen ersten Gesamt-Weltcup Sieg feiern dürfen, wäre das ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Kostelic-Clans und eine grosse Bereicherung für die kleine aber feine Ski-Nation Kroatien.

Ausserdem wären die Kostelics dann das erste Geschwister-Paar der Geschichte, welches neben Olympischen Medaillen auch noch den Slalom- und Gesamt-Weltcup für sich entscheiden konnte
 


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