Luzerner Politiker-Auflauf

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Die Neue Luzerner Zeitung (NLZ) lud am Samstag, 1. Oktober, zum Stelldichein auf die eidgenössischen Herbstwahlen. Während sich beim Kornmarkt in Luzern ausgewählte Kandidaten aller grossen und mittelgrossen Parteien auf dem Podium präsentieren durften, ereigneten sich abseits der Showbühne zahlreiche Anekdoten. Info8.ch hat einige davon zusammen getragen.
 
Was eigentlich als Begegnungsplattform zwischen politischen Akteuren und Wählern gedacht war, entwickelte sich zu einem „Meet and Greet“ unter Politikern und Parteigängern. Die ungebundenen Passanten blieben grossteils aus. Auch die von NLZ-Redaktoren moderierten Diskussionsrunden erregten bei den Anwesenden höchstens beiläufiges Halbinteresse. Dafür wurde am Rande mächtig „gesmalltalkt“ und umso leidenschaftlicher diskutiert und die Köpfe zusammen gesteckt.
 
Wenn sich Politiker treffen, geht es zuweilen recht amüsant zu und her – so unser Resumée. Hier eine Auswahl dessen, was Info8.ch beim Kornmarkt alles an Anekdoten aufgeschnappt hat.
 
Einige Luzerner Nationalräte outeten sich als geübte Witzeerzähler. Die Witze gehören durchaus auch mal zur deftigeren Sparte, wie dieser erhellende Erguss des Herrn Nationalrat X. (Name der Redaktion bekannt) beweist: „Eine Frau gibt ein Zeitungsinserat auf: Mann mit Pferdeschwanz gesucht – Frisur egal.“
 
Cédric VollmarApropos Frisur. Seine polarisierende Haarpracht war das Thema eines angeregten Gesprächs junger Damen. Ob seine wohlfrisierte Mähne sexy oder eher overdressed ist, daran schieden sich die Frauengeister. Alle Geschmäcker wird FDP-Nationalratskandidat Cédric Vollmar wahrscheinlich nie befriedigen können. Aber immerhin scheint ihm mit seinem Äusseren das zu gelingen, was jeder Politiker anstrebt: Es wird über ihn geredet.
 
Andere wiederum schaffen es, auch mal über den eigenen Schatten zu springen. Obwohl eher AKW-freundlich eingestellt, unterschrieb JSVP-Nationalratskandidat Anian Liebrand beim Grünen Andreas Hofer für den Ausstieg aus der Atomenergie. „Aus Sympathie zu Andi und weil es wichtig ist, dass das Anliegen zur Abstimmung kommt“, so Liebrand.
 
Eine sympathisch-zugängliche Erscheinung ist auch Grüne-Nationalrat Louis Schelbert. Diesen Eindruck musste eine rüstige Zuhörerin von ihm erhalten haben, 

Giorgio Pardini

als sie den Podiumsteilnehmer kurzerhand anfragte, ob er ihr vom Stehpult aus eine Flasche Wasser reichen könne. Für Gentlemen Schelbert logisch, dass er für die Frau ein offenes Ohr hat und ihr die Bitte nicht verneint – auch wenn neben ihm debattiert und das Wasser von den LZ Medien offeriert wurde...
 
Ebenfalls offen und ehrlich zu politisieren scheint SP-Ständeratskandidat Giorgio Pardini. Auf die Anpreisung von Nationalrat Felix Müri (SVP), dem SVP-Ständeratskandidaten Fredy Zwimpfer zu möglichst vielen Stimmen zu verhelfen, versicherte Pardini glaubhaft: „Ich habe dich und Fredy nicht gewählt.“ Ohne jedoch zu erwähnen, dass man ihm diese Entscheidung bloss nicht übel nehme. Der stämmige Müri sei ihm nämlich recht sympathisch.
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