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Der Bergier-Skandal - systematische Geschichtsverdrehung

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Luzi Stamm (Bild: ZVG)Der reisserische Tagesschau-Bericht nach den Aussagen von Bundepräsident Maurer zum «Holocaust-Gedenktag» (27.1.2013) hatte immerhin eine positive Seite: Der noch lebende französische «Nazi-Jäger» Serge Klarsfeld rief in Erinnerung, dass die Zahlen der angeblich während des Zweiten Weltkriegs zurückgewiesenen Flüchtlinge im Bergier-Bericht schlicht und einfach falsch sind.
 
In der Aargauer-Zeitung wurde die längst widerlegte Zahl von angeblich 24‘398 zurückgewiesenen Flüchtlingen einmal mehr wiederholt. In der Tagesschau von SRF wurde von «bisher unveröffentlichten» Bildern geschwafelt. Die Falsch-Informationen waren derart krass, dass sich der Tages-Anzeiger veranlasst sah, von einer «grandiosen Fehlleistung» des Schweizer Fernsehens zu sprechen. Man muss sich anscheinend damit abfinden, dass viele heutige Tages-Journalisten von der Zeit des Zweiten Weltkriegs und den damaligen Zahlen keine Ahnung haben.
 
Es war nicht der inzwischen verstorbene Prof. Bergier, der gelogen hat. Vielmehr waren und sind es seine Historiker Kreis, Tanner und Picard, welche wider besseren Wissens falsche Zahlen aufgetischt haben und sich damit in den Vordergrund spielen: Wenn die Zahlen des grossen Experten Serge Klarsfeld stimmen, so hat Prof. Picard schon damals (in der Zeitschrift Jüdische Rundschau vom 27.3.1997) eine Zahl genannt, die 30-mal zu hoch war (also eine dreissigfache Übertreibung!). Und auch seine beiden Kollegen können es nicht lassen: In der jetzigen Diskussion haben sich prompt beide wieder zu Wort gemeldet; Prof. Tanner in der Tagesschau, Prof. Kreis in der Aargauer Zeitung (15.2.2013).
 
Man wird nie genau rekonstruieren können, wie viele Flüchtlinge damals tatsächlich zurückgewiesen wurden (300‘000 wurden während des Zweiten Weltkriegs vorübergehend in der Schweiz aufgenommen; vielleicht 10‘000 abgewiesen; in die Statistik Eingang gefunden haben auch Nazi-Verbrecher, die gegen Ende des Kriegs in die Schweiz flüchten wollten). Man mag die Meinung vertreten, dass die Zahlen heute auch gar nicht mehr entscheidend sind. Entscheidend scheint mir aber die Erkenntnis, dass via Bergier-Bericht gezielt falsche Behauptungen verbreitet und in die Schulbücher getragen wurden. Dies, obwohl von allem Anfang an klar war, dass falsche Zahlen verwendet wurden (unter anderem hatte der erwähnte jüdische Experte Klarsfeld schon am 19.12.1999 vor der Veröffentlichung des Bergier-Berichts betont, dass die wirklichen Zahlen viel tiefer sind).
 
Der Skandal liegt in keiner Art und Weise bei der Politik der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs. Der Skandal liegt darin, dass «Historiker» heute mit falschen Informationen Politik betreiben und gewisse Medien-Vertreter die falschen Zahlen genüsslich weiter verbreiten.
 
Luzi Stamm, Nationalrat, Baden
 
Der Artikel wurde erstmals abgedruckt im Bulletin «Mediawatch», Nr. 189, Ausgabe März 2013. Weitere Infos: www.mediawatch.ch

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