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Ostern: 4-Tage-Wochenende - doch, warum eigentlich?

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Jann-Andrea ThönyDie Kenntnisse über Ostern und seine Hintergründe enden bei vielen beim jährlichen Osterferienstau, dem Schoggihasen oder dem Osterei. Und jene, die wissen, dass die freien Tage auf den Tod Jesu Christi und dessen Auferstehung zurückgehen, glauben selbst nur selten daran. Nachfolgend möchte ich einige persönliche Gedanken zu diesem historisch einschneidenden Ereignis weitergeben.
Der Kreuzestod von Jesus Christus ist heute selbst unter Wissenschaftlern so gut wie unbestritten. Neben den biblischen Berichten liegen weitere Quellen, wie beispielsweise Schriften des römischen Historikers und Senators Cornelius Tacitus, vor. Auch er greift die Verurteilung von Jesus Christus durch Pontius Pilatus, der von 26 bis 36 n. Chr. Statthalter der Provinz Judäa war, auf. Während der Kreuzestod Jesu also relativ unbestritten ist, erscheinen die Zweifel über die Auferstehung immens. Bei dieser rein rational unmöglichen Begebenheit handelt es sich um einen zentralen Bestandteil des Osterfestes.

Sowohl Juden als auch Römer gaben zu, dass das Grab leer war. Zur Erklärung dieser Tatsache kursieren fünf Haupttheorien über die Auferstehung, respektive Nichtauferstehung Christi und darauf möchte ich nachfolgend eingehen:

1) Jesus ist nicht ganz tot gewesen.
2) Seine Jünger haben den Leib Christi gestohlen.
3) Die Jünger haben das falsche Grab aufgesucht.
4) Die Jünger haben halluziniert.
5) Um Jesus wurde im Laufe der Zeit eine Legende gewoben.

Die Auferstehung kann natürlich nicht abschliessend belegt werden. Allerdings ist es möglich, die Einwände relativ fundiert zu entkräften.

1) Wäre Jesus nicht wirklich tot gewesen, wäre er aufgrund der Geisselungen, Folter und des hohen Blutverlusts zu entkräftet gewesen, um einen Zwei-Tonnen-Grabstein aus eigener Kraft von innen wegzurollen. Zudem waren römische Soldaten verpflichtet, den Tod nach der Vollstreckung zu überprüfen – bei Verfehlung der Aufgabe hätte ihnen selbst die Todesstrafe gedroht. In der Bibel wird berichtet, dass sie Jesus mit der Lanze in die Seite stachen, worauf eine Mischung aus Wasser und Blut aus der Wunde floss. Dieses Phänomen ist ein zweifelfreies Indiz für den Tod. Im Weiteren ist es fraglich, ob ein verwundeter, sterbender und gebrochener Jesus dazu in der Lage gewesen wäre, sich verehren zu lassen und andere dazu zu animieren, ihn als Retter der Menschheit zu verkünden.

Bild: livenet.ch2) Auch ein Diebstahl des Leichnams kann als höchst unwahrscheinlich abgetan werden, denn das Grab Christi wurde von römischen Soldaten bewacht. Dass die verängstigten Jünger, die zuvor weggelaufen sind, die Soldaten überwältigten und den Leichnam stahlen, ist wohl kaum realistisch. Von der jüdischen Intelligenzija wurde damals behauptet, die Soldaten seien eingeschlafen, und deshalb konnte der Leichnam entwendet werden. Allerdings zieht das Einschlafen während des Dienstes massive Konsequenzen nach sich und ist unwahrscheinlich. Die Vorstellung, die Jünger hätten Jesu Leichnam gestohlen und anschliessend verkündigt, er sei auferstanden, wäre paradox. Denn sie verschafften sich weder finanziellen noch politischen Gewinn – im Gegenteil: Ihr Bekenntnis zur Auferstehung bezahlten die meisten von ihnen qualvoll mit dem Leben.

3) Hätten die Jünger das falsche Grab aufgesucht, hätte es für die jüdische Obrigkeit keinen Grund gegeben, das Ereignis mit einem Diebstahl zu erklären.

4) Die Vorstellung mehrerer Massenhalluzinationen ist widersinnig. Bis zu 500 Augenzeugen des auferstandenen Jesus werden in der Bibel genannt. Dieses manifeste Erlebnis war für viele wohl von zentraler Bedeutung, um zu brennenden Nachfolgern von Jesus zu werden und seine revolutionäre Botschaft ohne Rücksicht auf Verluste zu verbreiten.

5) Mythen und Legenden entstehen in der Regel nach vielen Generationen, wenn niemand mehr lebt, der die entsprechende Person persönlich kannte. Die angebliche „Legende Jesus“ entstand jedoch unmittelbar nach dessen Tod. Jene, die ihn sahen, schöpften Hoffnung, veränderten ihren Lebensstil radikal und liessen ihre Überzeugung auch dann nicht los, wenn der Preis ihr Leben war. Zudem hätte ein Erfinder der Auferstehungslegende nicht Frauen als erste Zeuginnen des Geschehens gewählt, denn ihre Glaubwürdigkeit war in der jüdischen Gesellschaft gering.

Das Leben Christi und dessen „angebliche“ Auferstehung waren der Ausgangspunkt einer revolutionären Bewegung. Die rasante Verbreitung und kompromisslose Hingabe der Anhänger sind für mich persönlich nur durch eine manifeste Auferstehung nachvollziehbar. Vielleicht sollten wir gerade in diesen Tagen inne halten und uns Gedanken über die eigentlichen Hintergründe der Ostertage machen.

Jesus ist nicht nur das Zentrum der heutigen Zeitrechnung – aktuell zählen wir 2013 Jahre nach Christus. Er möchte auch das Zentrum unseres Lebens sein. Die Bibel sagt: „Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht“ (Joh. 3.16). Am Kreuz hat Jesus für unsere Sünden bezahlt, indem er sein Blut dafür vergossen hat. Dadurch wird jeder, der an ihn glaubt, von seiner Schuld befreit und zu einem Kind Gottes. Dies mag in unserer dreidimensional begrenzten Welt unsinnig klingen – es ist jedoch erlebbar. Jesus sagt: „Sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet“ (Lukas 11.9).

Zusammenfassend ist Ostern ein Fest der Befreiung von unseren Verfehlungen und von unserer Schuld. Wenn wir das Geschenk der Vergebung annehmen, dürfen wir wissen, dass wir zu Jesus gehören und nach unserem irdischen Leben für ewig bei ihm im Himmel sein werden.
 
Gedanken zur Bedeutung von Ostern von Jann-Andrea Thöny, Schiers (Kanton Graubünden). Info8.ch dankt dem Autoren für das genehmigte Veröffentlichungsrecht und wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern!

Kommentare  

 
+1 #1 Rahel 2013-04-12 14:19
Sehr guter Artikel, danke.
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