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Letztes Update 22.03.2016 22:37

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Kopftuch-Kindergärtnerin: "Ich möchte niemanden provozieren"

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Bild: de.wikipedia.orgIm Sonntagsblick vom 16. Juni 2013 äussert sich die Krienser Kindergärtnerin, die mit Kopftuch unterrichtet, zur aktuellen Debatte. Die Schweizerin, die vor acht Jahren zum Islam konvertierte, sagt, sie "möchte niemanden provozieren oder verärgern mit dem Kopftuch". Gegenüber der "Zentralschweiz am Sonntag" weist sie Kontakte zu islamistischen Plattformen wie "Die Wahrheit" oder zur Islamischen Jugend Schweiz (VIJS) zurück: "Ich bin weder Aktiv- noch Passivmitglied und distanziere mich von sämtlichen Behauptungen, die über mich veröffentlicht wurden."
 
Nachdem Info8.ch Facebook-Printscreens zugespielt worden waren, schrieben wir am 13. Juni 2013, dies lasse auf eine Sympathie für islamistische Gruppen schliessen. Das gleiche schrieb die Online-Ausgabe von "20 Minuten" am 14. Juni. Andreas Tunger-Zanetti, Religionsforscher an der Universität Luzern, erklärte am Samstag, 15. Juni, gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung, die Sichtung des Materials habe keinen Hinweis auf Radikalismus erbracht. Es existierten unzählige ähnliche Webseiten mit frommen Sprüchen und entsprechender Bildsprache. Dieser Stil sei mit dem mancher evangelikaler Gruppen vergleichbar. Solange die Frau nicht versuche, die Kindergärtler zu beeinflussen, "sehe ich keine Probleme - selbst sofern sich die Frau in der VIJS engagieren sollte", erklärte Tunger.
 
Der Journalist Dave Schläpfer suggerierte in der Neuen Luzerner Zeitung, eine unbescholtene Bürgerin werde an den Pranger gestellt, da Info8.ch die Facebook-Printscreens als erstes veröffentlichte. Die Krienser SP-Gemeinderätin Judith Luthiger-Senn sprach gar von einer "Hetzkampagne". Dies muss in aller Form zurückgewiesen werden. Es ging dem Autor nie darum, auf die Person zu spielen, geschweige denn diese in irgendeiner Form schlecht zu machen. So liessen wir in unserem Artikel "Trotz Verbot: Muslimische Kopftuch-Kindergärtnerin unterrichtet in Kriens" auch den Krienser Rektor Markus Buholzer zu Wort kommen, der erwähnte, die betreffende Kindergärtnerin mache ihren Job "sehr gut" und habe noch nie Anlass zu Beanstandungen gegeben.
 
Bild: aare24.chWir erlauben uns die Rückfrage an die Neue Luzerner Zeitung: Wie soll ein Internetmedium vorgehen, wenn es geprüfte, brisante und für die öffentliche Debatte relevante Informationen zugesteckt erhält? Die Facebook-Prints, die aus unserer Sicht eine Nähe zu islamistischen Seiten aufzeigen, schien uns - wie übrigens auch "20 Minuten" - relevant, um publiziert zu werden. Dass nun ein "Religionsforscher" meint, die erwähnten Seiten seien "problemlos", ist dessen Meinung, die wir in diesem Artikel zwecks ausgewogener Darstellung auch veröffentlichen. Es ist jedoch sonnenklar, dass andere Experten, wie wir sie kontaktiert haben, nicht dieser Ansicht sind. Wenn die betreffende Kindergärtnerin nun klar äussert, nichts mit dem Islamischen Zentralrat zu tun zu haben, nehmen wir das so zur Kenntnis - und die Sache ist erledigt.
 
Klar ist: Hätte Info8.ch die Printscreens nicht veröffentlicht, hätte es mit ziemlicher Sicherheit bald ein anderes Medium getan. Aus dem stillen Kämmerlein heraus nun den Überbringer der schlechten Nachricht zu attackieren, ist etwas gar einfach, Herr Schläpfer. Ich frage Sie: Wie geht denn die Neue LZ mit ihnen zugespielten Informationen um? Wenn sie als brisant erachtet werden, arbeiten Sie diese bestimmt auch auf. Dabei ist in der Tat darauf zu achten, dass es stets um die Sache und nicht darum geht, einzelne Personen zu attackieren. Dies habe ich gegenüber anfragenden Medien auch immer wieder klar gemacht. Ich habe darum gebeten, die Kindergärtnerin ebenfalls zu Wort kommen zu lassen und den Fokus nicht auf ihre Person zu richten. Auch ihre beruflichen Qualifikationen standen nie zur Diskussion. Vielmehr geht es um die grundsätzliche Frage, ob an staatlichen Schulen Lehrpersonen mit Kopftüchern unterrichten dürfen. Diesbezüglich haben sich Beat Zemp vom Schweizerischen Lehrerverband sowie Saïda Keller-Messahli ja pointiert geäussert.
 
Der Volksschule Kriens will ich auch keine Vorwürfe machen. Dass der Lehrermarkt total ausgetrocknet ist und es an allen Ecken und Enden an Fachpersonal mangelt, ist ein grosser, anerkannter Missstand. Der Lehrerberuf soll wieder attraktiver gemacht werden! Der betroffenen muslimischen Kindergärtnerin wünsche ich für ihre persönliche und berufliche Zukunft alles Gute.
 
Zur Zusammenfassung der Kopftuch-Geschichte: kipa-apic.ch
Standpunkt von Saïda Keller-Messahli in der Sonntagszeitung vom 16. Juni 2013: Kopftuchverbot ist Verteidigung
 
Hier können Sie die "Arena"-Sendung vom Freitag, 14. Juni 2013, "Kopftuchverbot: Sinnvoll oder diskriminierend?" anschauen:
 


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