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Letztes Update 22.03.2016 22:37

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Menschenrechte Adée!

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Gaza-Streifen (Bild: maps.nationmaster.com)In einer von WikiLeaks veröffentlichten Depesche aus dem Jahr 2008 wird der Betrieb des Weltgrössten Gefängnisses bestätigt. Auf 360 Quadratkilometer leben ca. 1.5 Millionen Menschen unter Extrem-Bedingungen.

Der Gaza-Streifen ist einer der umstrittensten Gebiete der Welt. Der längsartige Querstreifen südöstlich von Israel ist einer der Hauptstreitpunkte im Nah-Ost Konflikt. Der Informationsanbieter WikiLeaks veröffentlichte eine Depesche der US-Botschaft in Tel Aviv, Israel. Zitat der Depesche: „Israeli officials have confirmed to Embassy officials on multiple occasions that they intend to keep the Gazan economy functioning at the lowest level possible consistent with avoiding a humanitarian crisis.“

Übersetzt bedeutet das, dass die israelische Regierung beabsichtigt die Gaza-Region mit all ihren Einwohnern auf dem tiefst-möglichen wirtschaftlichen Stand zu halten, ohne dass eine humanitäre Krise ausbricht. Diese Aussage steht im Kontext zum Wirtschafts-Embargo, mit dem sich Gaza seit 2007 konfrontiert sieht.

Kurzgeschichte Gazas
Gaza war in der Antike eine bedeutende Schnittstelle im europäisch,- asiatisch, -afrikanischen Gebiet. Mit heute ca. 1.5 Millionen Einwohnern hat der 40km lange Landstreifen zwischen Ägypten und Israel eine ausserordentlich hohe Bevölkerungsdichte von 4‘118 Einwohner pro Quadratkilometer (Vergleich Schweiz: 189 Einwohner pro km2).

Gaza untersteht formal der „Palästinensischen Autonomiebehörde“. Seit der Gründung Israels 1948 herrscht im Gaza-Streifen der Ausnahme-Zustand. Im Jahre 2006 führte das nach Unabhängigkeit strebende palästinensische Gebiet Parlaments-Wahlen durch. Die politische Bewegung der Hamas, die immer wieder mit Islamismus und Terror in Verbindung gebracht wird, gewann die Wahl gegen die religiös als gemässigter geltende Fatah, die aber auch immer wieder in Verbindung mit Korruption steht.

Da viele westliche Länder bedenken hatten, den Hamas die Staatskontrolle über das Gaza-Gebiet zu geben, wurde das palästinensische Gebiet mit Hilfe von Israel, den USA und der EU mit einem Handelsembargo belegt. Ende Mai 2010 verteidigte Israel das Embargo mit Waffengewalt. Ein Schiffskonvoi mit Hilfsgütern, die für die Menschen in Gaza bestimmt waren, wurde von der israelischen Armee beschossen. Dabei kamen laut Offiziellen Schätzungen mindestens 9 Menschen ums Leben, während 40 zum Teil schwer verletzt wurden.

Elende Paradoxie in Gaza
Die Menschen, die im Gazastreifen seit dem 2007 eingeführten Embargo auf 360 Quadratkilometer eingeschlossen sind, leben im permanenten Elend. Nur die unbedingt nötigsten Güter werden ins Land gelassen. Die Behausungen bestehen zu über 90% aus provisorischen Blechhütten, Zelten oder Ruinen. Über 70% der Bevölkerung ist Arbeitslos. Somit hat das Gebiet die höchste Arbeitslosigkeit der Welt. Die Treibstoffleitungen werden blockiert, somit hat das Land kaum Energie zum heizen oder überhaupt Licht zu machen. Das Leben in Gaza gleicht dem Leben eines Gefängnisinsassen. Nur noch eine Spur schlimmer. Die Frage, warum die Menschen in Gaza ins Gefängnis gesteckt wurden, muss dabei als erstes beantwortet werden.

Die von vielen Ländern der Welt als „terroristisch-veranlagt“ betrachtete Hamas-Regierung des Gaza-Streifens steht seit jeher im Konflikt mit Israel. Seit dem Sieg an den Parlaments-Wahlen 2006 regiert faktisch die Hamas-Regierung über Gaza. Da Mahmoud Abbas, der als Präsident der Autonomiebehörde Palästinas über der Regierung Gazas steht, Anhänger der Verliererpartei Fatah ist und seit deren Vertreibung die neugegründete PLO präsidiert, ist auch im Interesse der Autonomiebeöhrde Palästinas, dass der Gaza-Streifen schikaniert wird.

Der Gaza-Streifen, oder jedenfalls seine Einwohner, ist unter den gegebenen Umständen das Ärmste Gebiet der Welt. Sollte man denken. Gegen Ender der 90er-Jahre wurden vor der Küste von Gaza grosse Mengen an Erdgasvorkommen entdeckt. Es werden über 1.2 Billionen Kubik-Fass Erdgas geschätzt. Und man rechnet mit noch mehr. Im Gegensatz zum ebenfalls umstrittenen palästinensischen Westjordanland, existieren in Gaza keine für Israel wichtigen religiösen Artefakte.

Es wird mit Sicherheit nicht im Interesse Israels sein, dass eine Partei wie die Hamas, die wirtschaftliche Kontrolle über das Erdgas gewinnt.
 


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