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Exklusiv-Interview: Der Mann, publik machte, wo die Bilderberger 2013 tagen!

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Bild: Printscreen YoutubeWo die Bilderberg-Gruppe jeweils ihre jährliche Konferenz abhält, bleibt bis zum Schluss ein streng gehütetes Geheimnis. Es ist einigen wenigen hellen Köpfen zu verdanken, dass seit etlichen Jahren trotzdem immer wieder einige Wochen im Voraus publik wurde, in welcher Lokalität sich die Bilderberger versammeln. Info8.ch hat den Mann aufgespürt, dem die Bekanntmachung zu verdanken ist, dass die Bilderberg-Konferenz 2013 im „The Grove Hotel“ in Watford stattfindet!
 
Der belgische Rechercheur und Dokumentarfilmer Giorgio Bombassei verfolgt die transatlantische Bilderberg-Gruppe seit Jahren. Er war den Bilderbergern schon auf den Fersen, als ausser ihm bloss wenige vor Ort über die Tagungen berichteten. Anfang Juni 2004, als Giorgio das erste Mal live die Kamera schwenkte, die Bilderberger tagten im deutschen Stresa, war gerade mal eine Hand voll Personen vor Ort. Auf Bilderberg aufmerksam wurde er durch seinen belgischen Mentor, der vor über 20 Jahren als europaweiter Pionier die Treffen aufsuchte.
 
Die Motivation von Giorgio Bombassei ist es, mehr Licht in die Verschwiegenheit der Bilderberger zu bringen. „An den Konferenzen werden wichtige Weichen für unser aller Zukunft gestellt“, ist der smarte Belgier überzeugt. Darum sei es seine Aufgabe, die Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen. Als absoluter Profi weiss er mit seiner mittlerweile beachtlichen Erfahrung exakt, wie er den Bilderbergern nahe kommt und das beste Material erhält.
 
Seit 10 Jahren Arbeit für Dokumentarfilm
Und in der Tat: Was er mittlerweile an heissem, exklusivem Material gesammelt hat, hat es wahrlich in sich. Für seinen Bilderberg-Dokumentarfilm, an dem er nun seit bald 10 Jahren arbeitet und dessen Veröffentlichung im Jahr 2014 geplant ist - notabene rechtzeitig zum 60-jährigen Jubiläum der Bilderberg-Gruppe - hat er bislang Hunderte Stunden wertvollster Bild- und Videoaufnahmen aufgezeichnet. Die Kamera immer auf Mann und an den zentralsten Orten postiert, kriegte er schon unzählige Grössen der globalen Wirtschafts-, Polit- und Finanzdominanz vor die Linse. By the Way: Während der Konferenz in Watford organisierte er gar einen Segelflug nahe dem Hotel, um die Bilderberger von der Luft aus zu filmen...
 
Anlässlich der Bilderberg-Konferenz in Stresa (3. bis 6. Juni 2004) machte er beispielsweise diese exklusiven Aufnahmen vom damaligen Schweizer Bundesrat Pascal Couchepin:
 
 
Wie hat er eigentlich herausgefunden, wo die Bilderberger dieses Jahr tagen? „Das Elementare ist, sich in die Köpfe der Bilderberger zu versetzen“, so Bombassei. „Was denken sie, welche Umgebung passt zu ihnen, welches Land steht im Fokus?“. Aufgrund des Bilderberg-typischen Turnus sei mit grosser Sicherheit davon auszugehen gewesen, dass das Treffen heuer in Europa stattfindet, nachdem es 2012 in Chantilly (Virginia) in den USA vonstattenging. Er tippte schon von Beginn weg auf England, wo die Bilderberger letztmals 1998 (in Turnberry) tagten und das seiner Meinung nach wieder mal an der Reihe sei. Dass die Konferenzen jeweils an einem Wochenende zwischen Mitte Mai und Anfang Juni über die Bühne gehen, darauf habe man sich erfahrungsgemäss ebenfalls verlassen können. Alles weitere war dann das Ergebnis minutiösesten Schaffens.
 

Bild: grovehotel.co.uk

Während einiger Tage telefonierte er unzählige Fünfstern-Luxus-Hotels in ganz Europa ab, die seiner Ansicht nach als Bilderberg-Lokalität in Frage gekommen seien. Er gab sich als Gast aus, der sich nach freien Zimmern erkundigte. Lautete die Antwort, sämtliche Räumlichkeiten seien vollständig besetzt, wurde Giorgio hellhörig. Schliesslich ist bekannt, dass die Bilderberger für ihre Tagungen jeweils gleich ein ganzes Hotel reservieren. So konnte er den Kreis immer enger ziehen. Selbstverständlich mussten verschiedenste weitere Indizien berücksichtigt werden (abgeschiedene und ruhige Lage, nicht allzu weit weg von Flughäfen mit Privatjets etc.).
 
Und wie kam man genau auf „The Grove Hotel“ bei Watford? Höfliche Rückfragen beim Hotelpersonal, warum denn vom 6. bis 9. Juni 2013 alles ausgebucht sei, förderte die Antwort zutage, „eine wichtige Gruppe mit hohem Profil“ habe das ganze Hotel-Ressort gebucht. Es sei wegen einer geschlossenen Gesellschaft während dieser Zeit „nicht zugänglich“. Das Personal hätte gesagt, „wir wissen nicht, worum es geht, nur das Hotel-Management weiss Bescheid.“ Die Spur wurde immer heisser. Dafür sprach auch, dass „The Grove“ in ein sehr weitläufiges, teils bewaldetes Privatareal eingebettet ist, das sich von Sicherheitskräften optimal abschirmen lässt. Voraussetzungen, wie sie die Bilderberger lieben.
 
Bild: schallundrauch.infoDie Prüfung der Terminkalender von einigen bekannten langjährigen Teilnehmern wies passenderweise ebenfalls auf eingetragene Daten zu „Juni“ und „England“ hin. Beispielsweise bei Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda. Zudem hatte der Kalender der abtretenden Königin der Niederlande, Königin Beatrix, während diesen Tagen eine Lücke. Vieles deutete also auf „The Grove“ hin, worauf er mit seinem Team seine Recherchen veröffentlichte und Watford über zahlreiche Artikel im Internet sehr schnell weitherum zum Thema wurde. Mitte Mai 2013 folgte dann im Watford Observer die erste Bestätigung, dass das Treffen tatsächlich im „The Grove“ stattfindet. Bald darauf zogen andere nach, die Bilderberger veröffentlichten Anfang Juni gar erstmals in ihrer Geschichte im Voraus ihre diesjährige Teilnehmerliste.
 
Hinter Giorgio Bombasseis Erfolgen steckt zweifelsohne knallharte Arbeit, flexibles, detailliertes Planen und Recherchieren oder halt manchmal auch „freches Drauflos-Fragen“. Doch ohne das notwendige Quäntchen Glück, am richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, geht es dann doch nicht immer. Wie er uns erzählte, habe er im vergangenen Dezember relativ kurzfristig durch eine Journalistin (die den damaligen italienischen Premierminister Monti eine Woche begleitete und die zuvor nichts vom bevorstehenden Meeting wusste...) erfahren, dass das Bilderberg Steering Committeee im November 2012 nicht ganz so abgeschottet in Rom tagte. Er machte sich auf nach Rom und war der als einziger Berichterstatter vor Ort.
 
Dass so zahlreiche Berichterstatter nach Watford reisen konnten und derart viele Mainstream- und Alternativmedien die Möglichkeit hatten, so umfangreich über die Bilderberger zu berichten, ist massgeblich einem zu verdanken: Dem bescheidenen Giorgio Bombassei. Wir hatten dieses Jahr die Ehre, nah mit ihm zusammenarbeiten und von ihm die einen oder anderen Tricks lernen zu dürfen.
 
Hier geht's zu unserem Interview. Die Fragen stellte Thomas Gasser.
 

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