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Letztes Update 22.03.2016 22:37

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Virenalarm für Politiker

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PC Viren können sehr Mühsam sein.Eine neue Dimension von Cyber War verunsichert das Land. Ein unbekannter Hacker versucht derzeit, Politikern via Social Hacking einen Virus mit unbekanntem Inhalt unterzujubeln. Seine Opfer sind sowohl Linke wie Rechte. Was will der Kriminelle? Die genauen Motive sind schleierhaft.

In den vergangenen Tagen haben diverse Schweizer Politiker eine E-Mail eines angeblichen Studenten (oder Schülers) erhalten, welcher vorgibt, eine Arbeit zu schreiben. Der Student bat die Politiker jeweils, einen Fragenkatalog auszufüllen, welchen er der E-Mail gleich beilegte. Doch statt eines Word-Dokuments enthält der Anhang eine Schaden-Software mit bisher unbekanntem Funktionsumfang. Wird die infizierte Datei geöffnet und ausgeführt, suggeriert die Malware dem Opfer, dieses öffne eine defekte Word-Datei. Währenddessen werden diverse Hintergrundprozesse gestartet, welche sich unbemerkt auf dem Rechner des Opfers einnisten, und dort ihre dubiosen Überwachungstätigkeiten aufnehmen.

Die versendeten Viren-Mails sind mit viel Sorgfalt auf den jeweiligen Zielpolitiker angepasst worden. Während sich der Hacker in einer Anfrage als Berner Journalismus-Student ausgab, hiess es in einer anderen E-Mail: „Ich bin ein Schüler eines Gymnasiums in Zürich. Über die Ferien sollen wir Reportagen über interessante Personen verfassen. Ich habe Sie ausgewählt, weil ich mich über Ihre Arbeit im Kantonsrat interessiere.“ Es ist folglich eindeutig, dass der Profi-Hacker die ins Visier genommenen Politiker ganz bewusst auswählte und attackierte.

Unter den betroffenen Politikern befindet sich unter anderen der Zürcher Nationalratskandidat Bruno Walliser (SVP) sowie der Zuger Nationalrat Joe Lang (Grüne). Joe Lang teilte auf Anfrage von Info8.ch mit, dass er die virenverseuchte E-Mail nicht öffnen konnte. Auch bei Bruno Walliser konnten die Hacker keine Daten ergattern. Seine Antiviren-Software warnte ihn davor, den Dateianhang zu öffnen. Bei weiteren Politikern ist das Schadenausmass unbekannt.

Motive des Hackers sind unbekannt
Nebst den Kantons- und Nationalräten visierte der Hacker aber auch weniger bekannte Exponenten verschiedenster Kleinparteien an. Auffällig ist, dass alle Zielpersonen entweder dem linken oder rechten Parteienspektrum angehören. Dies erschwert es, die Motive des anonymen Hackers zu ergründen. Während offensichtlich ist, dass die Attacken politisch motiviert sind, ist unklar, welchem Umfeld der Täter zuzuordnen ist und ob er alleine oder in einer Gruppe agiert. Möglich ist eine Verbindung mit den im Oktober anstehenden Nationalratswahlen.

Diese Art politischer Attacken stellt eine neue Dimension der Internetkriminalität in der Schweiz dar. Wie Info8.ch herausfand, dient der aufwendig konzipierte Virus dazu, Daten von befallenen Computern in eine externe Datenbank des Hackers einzuspeisen. Der Hacker versucht die Tatsache, dass viele Politiker im Umgang mit digitalen Hilfsmitteln oft nur wenig bewandert sind, eiskalt auszunutzen. Für welche Zwecke, ist offen.

Warnung für alle Politiker
Für politisch tätige Personen sind diese Vorfälle auf jeden Fall ein Warnzeichen. Bei Anfragen vermeintlicher Schüler oder Studenten ist für sie höchste Vorsicht angebracht, schliesslich ist es für Spezialisten heute mit einigem Aufwand möglich, via Viren auf politisch sensible Daten zuzugreifen – auch wenn diese auf der eigenen Festplatte sicher gelagert scheinen.

Schon in der Vergangenheit wurden Webseiten von Schweizer Parteien gehackt oder gar gänzlich lahm gelegt. So war erst Anfang August die Webseite der SVP längere Zeit nicht erreichbar, weil massivste sogenannte „Denial of Service“-Attacken auf sie ausgeübt wurden. Auch die Internetauftritte der SP, CVP und FDP oder von Kleinparteien wie der PNOS sind schon Opfer von Hacker-Angriffen geworden. Die jüngsten Vorfälle haben aber Angriffe auf einer neuen Stufe eingeleitet. Es wird konkret versucht, in die Privatsphäre einzelner Politiker einzudringen, sie zu bespitzeln und sensible Daten aus deren privatem Umfeld zu zerstören oder zu entwenden.

Empfehlungen an Politiker, um einen Virenbefall zu verhindern:
Interventionen von Info8.ch beim E-Mail-Provider bewirkten, dass die Adresse, von welcher die Mail-Anfragen an Politiker versandt wurden, inzwischen stillgelegt wurde. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass sich die Übeltäter eine neue virtuelle Identität verschaffen und ihr übles Spiel weiter spielen. Deshalb hier die wichtigsten Sicherheitshinweise für Politiker im Umgang mit E-Mail-Anhängen:

  • Öffnen Sie nur E-Mail-Anhänge von Absendern, die Ihnen bekannt sind.
  • Bei unbekannten Absendern, sollte immer eine komplette Wohnadresse ersichtlich sein. Meint der Absender seine Anfrage seriös, wird er seine Adresse unaufgefordert und transparent kommunizieren.
  • Blenden Sie bei Ihrem Betriebssystem die Dateiendungen ein, so dass eine Worddatei immer als „Dokument.docx (oder .doc)“ angezeigt wird. Somit erkennen Sie Viren, welche immer als ausführbare Dateien(Dateiname.exe) gesendet werden (z.B: „Dokument.docx.exe“)
  • Installieren Sie einen Virenschutz, der auch die Möglichkeit bietet, im E-Mail-Programm die Dateianhänge zu überprüfen. (Oft ist diese Zusatzfunktion nur bei kostenpflichtiger Antivirensoftware inklusive.)
  • Stellen Sie sicher, dass Sie immer die neuesten Windows-Updates auf Ihrem Rechner installiert haben.
  • Interviewanfragen für Schularbeiten während der Sommerferien sind eher unwahrscheinlich und deshalb im Grundsatz vorsichtiger zu behandeln.

Weitere Infos:

So könnte eine vireninfizierte E-Mail aussehen

Avira - kostenloser Virenschutz

 


 

 

 

 

 


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