Haltet die Menschen dumm!

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(Bild: hilfe-forum.eu)Die Bildungsbudgets werden in jedem Land zu jeder Zeit immer wieder hitzig dirkutiert. Vergleicht man aber die Verhältnisse mit anderen Staatsausgaben, kann einem nur schlecht werden. Wie auf Info8.ch bereits zu lesen war, versuchte Finanzdirektorin Eveline Widmer-Schlumpf vergangene Woche eine Sonderzahlung durchzupauken, wonach die Schweiz 30 Milliarden Franken oder - anders gesagt - die Hälfte ihrer jährlichen Steuereinnahmen in einen Sofort-Hilfe-Fonds des IWF hätte einzahlen müssen.

Obwohl sie alle Hebel in Bewegung setzte, die Sofort-Zahlung noch in dieser Wintersession durchzudrücken, scheiterte sie mit ihrem Vorhaben. Bedenkt man, dass es sich nicht nur um „ein paar Millionen“ handelte, sondern um einen Betrag von 30 Milliarden (!) Franken, dann scheint doch schnell die Frage aufzukommen, wieso solche Mammut-Beträge zwischen Tür und Angel durchgewinkt werden sollen - und der Rest des Bundesbudgets in etlichen Sitzungen Stück für Stück in harten Debatten durchgearbeitet werden muss.

Fakt ist, dass die Sofort-Zahlung von 30'000'000'000 Franken nur ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen wäre. Der Grund für die geforderte Zahlung des IWF war die angebliche Rettung des Euros, der eigentlich schon mit einem überdimensionalen „Schutzschirm“ gestützt sein sollte. Gott sei Dank wurde die Sofortzahlung noch rechtzeitig abgewendet und wird erst wieder im kommenden Frühjahr zum Thema.

Dass am Finanzstandort Schweiz über solche Zahlungen und Finanzabläufe diskutiert wird, ist ganz natürlich. Genauso wie in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, wo die Bildung stets im Vordergrund stehten sollte Die deutschen Medien sind ständig damit beschäftigt, über die Bildung zu debattieren. Die Bildungspolitik wird föderalistisch betrieben, so dass sich jedes Bundesland über die Fehler der anderen aufregen kann und nicht selbst vor der eigenen Haustüre wischt. In Quervergleichen mit Südkorea versuchen die Deutschen ihre Hauptfehler dafür zu finden, wieso die Kinder in der PISA-Studie so schlecht dastehen.

Dabei fängt die Fehlerhaftigkeit schon bei den Politikern an. In einem Land, wo die Politiker in Sachen Mathematik rein gar nichts verstehen, siehe Bundeshaushalt, kann man von den Schülern doch nicht erwarten, dass sie gut rechnen können. In einem Land, in dem Soldaten in ferne Kriege geschickt werden, um Zivilisten zu töten, kann man nicht davon ausgehen, dass die herrschende Klasse etwas von Naturkunde oder Geographie versteht. Und um in Deutschland erfolgreich zu werden, muss man schon seit 100 Jahren nicht mehr richtig lesen können.

Gleichzeitig ist Deutschland der Hauptmotor der EU, hält den Euro noch beisammen und ist dafür verantwortlich, dass das Konstrukt EU in momentaner Form überhaupt noch bestehen kann. Das alles jedoch mit enormen Staatsausgaben an allen Fronten - mit Ausnahme der eigenen Volks-Bildung. Anscheinend hält man im Land der Dichter und Denker nicht mehr so viel von guter Bildung, sonst wären die Bildungsausgaben nicht permanent unter 5 % des Bruttoinlandproduktes. Somit werden Generationen von Schülern nicht standesgemäss gebildet und können in den kommenden Jahrzenten höchstens eine Sache richtig gut. In der Schlange beim Arbeitsamt anstehen. Und das für lange, lange Zeit!

Post Skriptum: Die Schweiz liegt im internationalen Vergleich ebenfalls ziemlich schlecht da. Laut OECD-Studie sind es in der Schweiz auch nur knapp 6 % des Bruttoinlandproduktes, die für Bildung ausgegeben werden. Bundesrätin Widmer-Schlumpf scheint es nicht zu stören...

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